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Hintergrund­wissen

Gesundheit ist ein vielschichtiges Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Definition Gesundheit nach WHO (Weltgesundheitsorganisation): „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen.“ 

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Dr. Johanna Sohm hat verschiedene Steine und Muscheln in der Hand.

Was bedeutet systemisches Gesundheits­coaching?

Gesundheitsvorsorge ist neben den Vorsorgeuntersuchungen ein Zusammenspiel der big four, wie ich sie bei meinen Vorträgen benenne:

  • Bewegung – als FreundIn und Jungbrunnen unseres Körpers
  • Ernährung – als unterstützende Grundlage für Heilung und Wohlbefinden
  • Ausreichend und erholsamer Schlaf
  • Mentale Gesundheit

Gerade die mentale Gesundheit spiegelt sich in vielen Lebensbereichen wider und kann auf unterschiedliche Weise gestärkt werden. Gleichzeitig ist es oft nicht leicht, das passende Angebot oder den richtigen Zugang für sich zu finden.

Es spielen Themen wie Selbstfürsorge, Abgrenzung und der Umgang mit Konflikten eine wichtige Rolle. Nicht selten stellen wir unsere eigene Gesundheit lange hinten an, solange sie scheinbar selbstverständlich funktioniert. Erst wenn Symptome oder Erkrankungen auftreten, beginnen wir, unser Gesundheitsverhalten bewusster zu hinterfragen.

Systemisches Gesundheitscoaching kann hier einen Raum schaffen, um innezuhalten, Zusammenhänge zu erkennen und neue, individuell passende Wege für mehr Gesundheit und Balance zu entwickeln.

Gerne können Sie hier mehr über Ablauf und Methoden erfahren.
 

Wie kann Erkrankung entstehen?

Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten, manchmal scheinen die Dinge eindeutig und manchmal unverständlich, warum Menschen mit ähnlichen Risikoprofilen unterschiedlichem Ausmaßes oder überhaupt erkranken.

​Die grundlegende Theorie meiner Arbeit ist, dass sowohl wiederkehrende Symptome als auch chronische Erkrankungen zwiebelschichtartig aufgebaut sind. Wie so oft im Leben, können mehrere Dinge Einfluss nehmen:

Lebensstil
Einen wesentlichen Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit nimmt unser Lebensstil. Hier sind die wichtigsten Faktoren Bewegung, Ernährung, Stress, Schlafgewohnheiten und Süchte wie Nikotin, Alkohol und andere.

Genetik & Epigenetik
Dann gibt es genetische, also angeborene Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Es gibt auch epigenetische Faktoren, dies bedeutet, dass genetische Areale durch Umweltfaktoren und Verhalten aktiviert werden können. Dies betrifft einerseits Themen wie Atemluft oder gesundheitsbelastende Noxen, wie radioaktive Strahlung, Schwermetalle, aber auch die oben genannten Lebensgewohnheiten.

​Eine interessante Tatsache ist, dass auch unsere Gefühle eine epigenetische Wirkung haben können. Wie geht es uns, wie fühlen wir uns? Überwiegt Stress, Traurigkeit oder gibt es Traumen, Ängste, gibt es vielleicht zurückliegende Belastungen in der Familie? Auch diese können unbewusst weitergegeben werden und Einfluss nehmen.

Psychoneuroimmunologie
Ein spannendes Forschungsfeld ist die Psychoneuroimmunologie. Diese Wissenschaft erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen psychischen Prozessen, dem Nervensystem und dem Immunsystem. Sie zeigt auf, wie unsere Gedanken, Gefühle und Erfahrungen direkt mit unserem Immunsystem verbunden sind. Die Mechanismen laufen einerseits über Neurotransmitter und Zytokine, als auch über das Stresshormon Cortisol.

Autonomes Nervensystem
Und dann gibt es noch das autonome Nervensystem, das ist jenes Nervensystem, das unsere Organfunktionen steuert und an Stress oder Entspannung anpasst. Die sympathischen und parasympathischen Nerven aktivieren zum Beispiel die Darmtätigkeit in Ruhe oder steigern die Herzfrequenz bei Aktivität oder auch Stress. 

Emotionen & Immunsystem​
Stress, Traumata oder anhaltende negative Emotionen können das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Umgekehrt können positive Gedanken, Entspannung und emotionales Wohlbefinden die Immunfunktion stärken und Heilungsprozesse fördern. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist besonders wichtig für die Behandlung chronischer Erkrankungen und die Prävention von stressbedingten Gesundheitsproblemen.  

Auf einem Holztisch liegen eine Muschel, zwei Steine und eine Klangschale. Der Tisch befindet sich in der Praxis von Dr. Johanna Sohm.

In Ruhe und Selbstfürsorge auf sich achten und für sich sorgen.

Welche Rolle spielt das Unterbewusstsein?

Um das Unterbewusstsein zu verstehen, ist es wichtig, noch einmal den Unterschied von Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beschreiben.

Bewusstsein
Das Bewusstsein umfasst all das, was wir aktiv wahrnehmen und worüber wir nachdenken. Es beinhaltet Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle und Wünsche, die uns direkt zugänglich sind. Es ist der Teil unseres Geistes, der uns hilft, Entscheidungen bewusst zu treffen, Probleme zu lösen und uns in der Gegenwart zurechtzufinden.

Unterbewusstsein
Das Unterbewusstsein ist der Bereich unseres Geistes, in dem Informationen, die wir nicht aktiv wahrnehmen oder an die wir uns nicht bewusst erinnern, gespeichert sind. Es steuert oft unbewusste Prozesse, wie automatische Handlungen oder tief verwurzelte Überzeugungen. Unser Verhalten, unsere Emotionen und unsere Entscheidungen werden beeinflusst, ohne dass wir es aktiv wahrnehmen.

Warum gibt es das Unterbewusstsein?
Unser Bewusstsein muss Informationen tilgen und filtern, da es nur eine begrenzte Kapazität hat. Die Kognition kann ca. 10-40 bit/Sekunde bewusst wahrnehmen, das Unterbewusstsein jedoch Millionen (oder mehr) bit/Sekunde. Hier sind unglaublich viele Informationen gespeichert.

Kann uns das Unterbewusstsein Signale schicken?
Das Unterbewusstsein kann sich einerseits durch ein Bauchgefühl oder Intuition äußern, es kann sich jedoch auch durch körperliche Symptome ausdrücken, wenn emotionale Konflikte oder seelische Belastungen nicht direkt verarbeitet werden können. Diese Symptome können als „körperliche Botschaften“ verstanden werden, die darauf hinweisen, dass auf psychischer oder emotionaler Ebene etwas im Ungleichgewicht ist.

Wie kann ich mit dem Unterbewusstsein arbeiten?
Stellen sie sich einen Eisberg im Wasser vor, die Spitze des Eisberges ist das Bewusstsein, alles unter der Wasseroberfläche stellt das Unterbewusstsein dar. Vor allem in einem entspannten Zustand wie z.B. in einer Trance, die durch Hypnose erreicht wird, kann auf der Ebene des Unterbewusstseins therapeutisch gearbeitet werden. Hier können tiefgreifende Heilungsprozesse bzw Veränderungsarbeit angeregt werden, die vor allem alte Muster unterbrechen und zurückliegende seelische Verletzungen lindern können.   

Was hat das mit früheren Generationen zu tun?

Es ist schon erstaunlich, dass die Geschichten zurückliegender Generationen Einfluss haben können auf unser Tun, auf unser Empfinden und auf unseren Körper. Es ist eigentlich schwer vorstellbar, aber wenn man für einen Augenblick unsere Zeitachse aus dem Hier und Jetzt verlässt und sich in die Vogelperspektive begibt, dann kann man es schon besser verstehen, dass das Leben unserer Vorfahren mit unserem verwoben ist.

Die Art und Weise, wie unsere Eltern und deren Eltern aufgewachsen sind und die Geschichten, die sie erlebt haben, können sich tiefgreifend in Familiensystemen manifestieren. Selbst bzw vor allem Traumen, die begraben sind und aus Ohnmacht in Schweigen gehüllt wurden, können auf folgende Generationen Einfluss nehmen.

Wie kann sich die Transgenerationenlast bemerkbar machen?
Die Transgenerationenlast kann sich auf psychischer, emotionaler und manchmal auch auf körperlicher Ebene manifestieren. An dieser Stelle möchte ich bei Interesse ein sehr spannendes Buch empfehlen: "Dieser Schmerz ist nicht meiner" von Mark Wolynn.

Häufig kann die Transgenerationenlast bei schwerwiegenden Ereignissen wie Krieg, Armut, Missbrauch oder anderen Formen von Traumatisierung eine Rolle spielen. Jedoch auch “kleinere” Traumen bzw negativ erlebte Verhaltensmuster, wie z.B. Unnahbarkeit, Unberechenbarkeit oder emotionale Kälte können weitergegeben werden. Weiters haben negative Glaubenssätze, wie z.B. “Frauen sind weniger wert als Männer." oder "Männer weinen nicht.” oft Wurzeln in zurückliegenden Generationen.

Wie kann man die Transgenerationenlast beeinflussen?
Im systemischen Gesundheitscoaching ist ein wesentlicher Ansatz erweiterte Familie und zurückliegende Generationen mit einzubeziehen. Auch wenn es manchmal schwierig erscheint dieser Aussage zuzustimmen, haben zumeist auch unsere Vorfahren ihr derzeit zur Verfügung stehendes "Bestes" gegeben. Sowie auch wir es tun, um unseren Kindern ein sicheres Überleben zu gewährleisten. Dennoch können Lebensumstände sehr schwierig sein, die Menschen dazu bringen, Wege zu gehen, die andere Menschen verletzen können.

Verstehen, würdigen, verzeihen und zurückgeben können hilfreiche Ansätze in einem Coaching sein. 

Wie kann man die Natur für mentale Gesundheit nutzen?

“Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das Einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.” (Hermann Hesse)

Natur zur Stressreduktion & Burnout Prävention
​Die Kraft der Natur hat eine tiefgreifende Wirkung auf unsere körperliche und mentale Gesundheit. Verschiedene natürliche Elemente wie Luft, Erde, Bäume, Wasser und Sonnenlicht fördern unser Wohlbefinden auf vielfältige Weise. Die langsame, ruhige Präsenz eines Baumes zum Beispiel oder die Ruhe und Stille eines Sees, die klärende Reinigung an einem Fluss können die eigene Atemfrequenz und den mentalen Zustand beruhigen. Es kann sehr kraftvoll wirken, an einem schönen Ort in der Natur zu meditieren, um Gedanken loszulassen und in einen entspannten Zustand zu kommen. Vor allem zur Stressreduktion kann uns die Natur im digitalen Zeitalter gute Dienste leisten.